Vorne weg: das mobile Telefon, welches uns unterwegs immer treue Dienste geleistet hat, leidet unter einigen schwerwiegenden elektronischen Fehlfunktionen. Der Zahn der Zeit (oder hier wohl treffender "die Finger in Schreibwut") haben der alten 9-Tasten-Tastatur teilweise den Rest gegeben. Taste 2 fehlt (und damit wird das Schreiben von a, b und c eine Angelegenheit des Fingernagels), Taste 3 produziert häufig das Erscheinen des Menüs (was den Schreibfluss empfindlich stört) und macht es manchmal unmöglich, d, e oder f zu schreiben. Einzige Abhilfe schafft die Autoergänzung. Taste 7 (p, q, r und s) zaubert öfters mal die Diktierfunktion hervor. Zusätzlich funktioniert die Menütaste ebenfalls nicht mehr, oder ruft im Zweifelsfall die Funktion der anderen Menütaste auf. Das alles macht die Bedienung eher nervenzerrend umständlich. So halten wir uns in den Mails und auch im Blog wohl ein bisschen zurück um unsere Nerven zu schonen, ihr wollt ja sicher nicht, dass wir euch nach unserer Rückkehr mit zuckenden Fingern und einem irren Leuchten in den Augen begrüssen.
Unsere Ankunft in Las Grutas, dem sommerlichen Strandort, fiel nass und kalt aus. Der Bus kam um 5 Uhr morgens bei leichtem Nieselregen an. Nach einer unbequemen Stunde im Busbahnhof wanderten wir zum Sonnenaufgang an den nahen Strand. Die Wolken haben sich verzogen, und die Stimmung ist ganz angenehm.

Nach einem Zmorge auf der Plaza suchen wir uns einen Camping, bald steht unser Zelt und wir schalten um in den Strandmodus. Der Weg ist nicht weit, und nach dem Mittag sitzen wir im Sand, umgeben von tausenden Argentinier. Der Strand ist breit, und hinten gibt es sogar Schatten von der etwa zehn Meter hohen Klippe. Einige Stunden später hat sich die Situation dramatisch geändert: die Flut hat den ganzen Strand gefressen! Wir kommen ein bisschen in Bedrängnis als alle Leute immer weiter zurück rücken, doch auch so wird es nicht unangenehm eng, die Argentinier sind ein friedliebendes Volk, und wenn es mal droht hektisch zu werden (zum Beispiel im Anblick der steigenden Flut) wird zuerst mal ein Mate getrunken. Dann sammelt man Badetücher und Kinder ein und rückt weitsichtig zwei Meter zurück.
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| wie die Argentinier: mit Mate-Chesseli am Strand |
Wir lassen es uns gutgehen, rumliegen am Strand (den die Argentinier in ihrer Spezialaussprache des Spanischen "Plascha" nennen), zum Zmittag gibt es Empanadas, am Abend schlendern im Dörfli und Take-away Znacht auf dem Camping. Wir tragen selten mehr Kleider als Badehose und Tshirt und den Schlafsack strampeln wir beim Einschlafen weit weg.
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| Plascha zwischen Ebbe und Flut |
Nebenbei organisieren wir unseren Aufenthalt in Buenos Aires und die Reise dorthin. Für drei Nächte werden wir couchsurfen, und für die letzten zwei Nächte haben wir das Hostel schon lange reserviert. Die Bustickets bis Bahia Blanca stecken im Pass, es fehlen nur die Zugtickets von dort bis Buenos Aires. Falls wir die am Sonntag nicht kriegen, buchen wir den nächst möglichen Bus und wenn alles klappt, sind wir am Montag in Buenos Aires.
Nach einem knappen Tag am Strand hat Martina ein paar Joggingschuhe gekauft. Rumliegen ist ja schön und gut, aber irgendwann wird es langweilig. Ansonsten wird tüchtig gelesen und nebenbei die Haut gebräunt und das Haar gebleicht. Sonst glaubt uns zuhause am Ende keiner dass wir in den Ferien waren!
Nach schönen und gemütlichen 6 Tagen am Strand werden wir uns also nächste Nacht um 4 Uhr mit dem Bus aufmachen, immernoch Richtung Norden und dem nun schon sehr nahen Ende unserer Reise entgegen.