Einen Tag nach unserer Ankunft in Ushuaia treffen wir also auf dem Camping wieder auf unsere schweizer Velofreunde. Da sie ebenfalls noch etwa 3 Wochen Zeit haben, überlegen wir, wie wir nach Buenos Aires reisen könnten. Fliegen wäre möglich und einfach, aber dann sind wir in ein paar Stunden schon dort, und 3 Wochen in Buenos Aires rumhängen ist nicht unsere Lieblingsbeschäftigung. Der Bus benötigt etwa 3 Tage, und kostet mehr als ein Flug. Wir erinnern uns an unseren Roadtrip in Chile, als wir ein Auto gemietet haben und so mit Mänu in 10 Tagen 3000 km fuhren. Das war ja ganz lustig, wieso machen wir das nicht einfach hier auch? Mit einer Liste von Autovermietungen arbeiten wir uns durch Ushuaia, bald müssen wir erkennen, dass das hier nicht so einfach wird. Als wir endlich ein passendes Auto gefunden haben, schockiert uns der Preis: bescheidene 4000 Franken für 12 Tage. Das Problem ist, dass irgendeiner der Firma das Auto leer und alleine wieder zurückfahren muss. In Chile war das kein Problem, hier ist das irgendwie gesetzlich geregelt und das Auto muss zurück geführt werden. Wärend wir diskutieren, beginnt es zu schneien. Der vorher eisige Regen, unterbrochen von kurzen sonnigen Abschnitten und kaltem Wind, wird weiss und bald sieht es aus wie im Winter. Wir flüchten in ein Café am Hafen und geben die Idee mit der Automiete auf. Schade.
Nun überlegen wir uns, wie wir das Gepäck und die Velos verschicken können, Judith und Christ-Andri wollen sich darum kümmern wärend wir zwei noch unsere Reise richtig beenden wollen. Die Strasse geht nach Ushuaia noch etwa 20 km weiter, in den Nationalpark Tierra del Fuego, wo sie in der Bahja Lapataia am südlichsten Punkt endet. Wir wollen also zum Ende der Strasse fahren, dort wo es wirklich einfach nicht mehr weiter geht. Spätestens dort sollten wir wohl begreifen, dass es nicht mehr weiter geht.
Wir packen also nochmals unsere Velos, bauen das Zelt ab und fahren los. Nach nicht mal 2 Stunden sind wir am Ziel. Die Schotterstrasse endet bei einem Schild, dort steht, dass es von hier etwas mehr als 3000 km sind bis Buenos Aires. Oder 17'848 km bis Alaska... Wir schieben die Velos weiter, über einen Wanderweg, dann auf einen Holzsteg, bis wir am Ende des Stegs auf einer kleinen Plattform einfach nicht mehr weiter können.
| am Ende der Welt |
Und was jetzt? Nun, nichts überstürzen, zuerst mal Zmittag essen. Nach ein paar Föteli machen wir uns dann auf den Rückweg. Nicht weit hat es einen Camping, und wir bleiben dort für eine Nacht. Noch ein letztes Mal im Zelt neben den Velos, wir sind ganz alleine, gleich bei einem kleinen Fluss. Ein schöner Ort um anzukommen, viel besser als mitten in Ushuaia.
| zaeutle in der Bahia Lapataia |
| Camping und Skilift mit Blick auf Ushuaia |
Noch ist unsere Reise nicht vorbei, wir haben immer noch unser Zelt im Gepäck, eine reduzierte Küche, unsere Schlafsäcke und Mätteli und viele warme Kleider. Aber auch die Badehosen, weil in Buenos Aires soll es im Moment zwischen 30 und 40 Grad heiss sein. Dort wollen wir noch an einem Strand unsere von Patagonien und Feuerland eingefrorenen Körperteile auftauen, bevor es endgültig zurück in die Schweiz geht.