------------- 17.02.14 : Update Fotos ------------
Und wieder zurück auf der Strasse! Gerade mal 4 Tage unterwegs, und doch schon mehr als 1000 km zurückgelegt. Auf der Karte sehen wir, 200 km westlich von uns liegt Coihaique in Chile an der Carretera Austral. Vielleicht könnt ihr euch ja erinnern, vor knapp 2.5 Monaten, so um den Samichlous herum. Zwei Monate velofahren Richtung Süden bis Ushuaia, und nach 4 Tagen autofahren sind wir schon wieder fast am selben Ort, nur halt nicht an der Westküste sondern in der unendlichen Weite von argentinisch Patagonien, mit Blick auf den Atlantik.
Der Reisestil per Autostop ist für uns eine Premiere. Als wir uns in Ushuaia darauf vorbereiten, wissen wir nicht, welchen Teil der Ausrüstung wir aufgeben sollen. Wir können uns kaum von unserem Kocher trennen, welcher mit ganz viel anderem in die Tasche für den Gepäcktransport neben den Velos nach Buenos Aires wandert. Am Schluss haben wir beide unseren Rucksack mit dem wichtigsten gefüllt (Schlafsack, Mätteli, Kleider, Zelt, eine Pfanne, zwei Löffel und ein Messer), und einer Tasche Reiseproviant zum kalt essen. Dazu tragen wir, entsprechend den Temperaturen in Feuerland, einiges an warmen Kleidern, inklusive Chappe und Händsche. Wir wissen, wenns mit stöpplen nicht funktioniert, können wir ja auch den Bus nehmen.
Der Einstieg gestaltet sich einfach, Martina spricht am Morgen kurzerhand ein argentinisches Päärli auf dem Camping in Ushuaia an. Von hier kann man ja nur richtung Norden fahren, unsere Chance ist also nicht schlecht. Kurz darauf sitzen wir im Auto Richtung Norden, bis zur Magellanstrasse im Norden von Feuerland können wir mit. Die Argentinier haben keine Angst vor Geschwindigkeitsbegrenzungen, wir kommen also zackig voran. Bald lassen wir Rio Grande hinter uns, und schon sind wir bei der Fähre zum Festland. Wir verlassen Feuerland und suchen uns in der Warteschlange vor der Fähre jemanden, der uns bis Rio Gallegos mitnimmt. Der 4te in der Reihe stimmt zu, weiter geht die Reise. Die äusserst hilfreichen Argentinier machen uns den Einstieg ins Stöpple einfach, wir werden bis vor ein Hotel gebracht. Ein erfolgreicher Tag, wir sind optimistisch für weiter.
Bei der Ausfahrt aus Rio Gallegos nimmt uns die Polizei die Arbeit gleich ab. Nachdem wir uns bei der Strassenkontrolle registriert haben, dürfen wir vor das Büro sitzen, und die Polizistin, welche jeden Autofahrer anhält und nach dem Reiseziel fragt, fragt auch gerade ob er nicht noch zwei Schweizer mitnehmen möchte. Einen Augenblick später sind wir schon wieder unterwegs.
Sogar für den Nationalpark Monte Leon finden wir am Parkeingang zwei junge Argentinier mit einem winzigen Auto, welche uns mitnehmen. Auch sie stellen uns am Abend direkt vor dem Camping im nächsten Dorf ab.
| Nationalpark Monte Leon |
Auch am nächsten Morgen kommen wir problemlos weg, der erste hält, Martina hat gerade erst den Daumen rausgehalten. Unser erster Lastwagen. Wir erfahren viel interessantes über die Motorbremse und über den gefährlichen Sekundenschlaf.
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| Trucker-Braut Martina |
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| am Strand von Caleta Olivia: der Bart ist gestutzt |
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| Oelfelder um Comodoro Rivadavia |
Kaum angekommen, reissen wir uns die Kleider vom Leib und wechseln zu Badehosen. Die 26 Grad hier sind herrlich heiss und endlich taut unser Permafrostkern auf, der sich während der letzten Monate in der Kälte stetig vergrössert hat. Wir brechen zum einkaufen und Geld auftreiben auf. Dann erhalten wir die frohe Nachricht, das Judith und Christ-Andri ebenfalls auf dem Weg hierhin sind. Wir hatten immer wieder per SMS Kontakt, wir waren wieder mal parallel zueinander per Autostop unterwegs. Ein bisschen später empfangen wir sie mit Bier und Chips auf der Plaza, und wir tauschen unsere Stöppler-Erfahrungen aus. Und, kaum zu glauben, wir sitzen sogar nach Sonnenuntergang noch in kurzen Hosen und Tshirt draussen!! Wir werden zwar von Mücken gefressen, doch ist das ein kleiner Preis für das Sommergefühl. Wir verabreden uns für den nächsten Tag um gemeinsam ein Taxi zu den versteinerten Wälder zu organisieren. Später im Bett müssen wir die Decken weit wegstrampeln. Trotz aller Liebe zu Patagonien geniessen wir die Hitze. Und je weiter wir nach Norden fahren, desto heisser wird es.
Die versteinerten Wälder sind eigentlich keine Wälder sondern ein paar zerbrochene Stämme, die in der Gegend rumliegen. Das beeindruckende ist, dass die zu Stein gewordenen Stämme 65 Millionen Jahre alt sind. Die Landschaft erinnert einmal mehr an den Mond, man könnte hier auch in einer Szene aus Starwars sein. Vor langer, langer Zeit war Südamerika von Wäldern bedeckt, die dann bei Vulkanausbrüchen von Asche bedeckt wurden. Mit der Zeit sind die Stämme versteinert und wurden dann durch Erosion wieder freigelegt, die Holzstruktur ist bestens erkennbar. Als wir zurückkommen, kontrolliert der Parkwächter unsere Taschen, damit wir nicht kleine Steinsplitter klauen.
| versteinerter Baumstamm |
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| und Hue-Hopp |
Wir fahren morgen weiter, Judith und Chris-Andri sind schon heute aufgebrochen. Zurück an der Küste gehts dann weiter nordwärts Richtung Puerto Madryn und Bahia Blanca, es ist noch weit bis Buenos Aires!



