zurückgelegte Strecke

Auf der Karte oben koennt ihr die zurueckgelegte Strecke anschauen, wir aktualisieren unseren Standort wenn wir Gelegenheit dazu haben.

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Montag, 11. November 2013

nach Argentinien

Unser Plan, den Regen im Hotel an uns vorbeiziehen zu lassen, hat nicht ganz funktioniert. Wir brechen auf nach 2 Tagen in Coñaripe, und machen uns auf den Weg nach Argentinien. Wir haben uns eine hübsche Passage durch die Berge ausgesucht: mit der Fähre über den Lago Pirihueico zur Grenze, und dann dem anschliessenden See entlang nach San Martin de los Andes. Zuerst gilt es aber zum Hafen Puerto Fuy zu gelangen. Als wir losfahren regnet es nicht, doch kurze Zeit später setzt ein Dauerregen ein. Egal was uns die Verkäufer in jeglichen Outdoor-Läden versichern, nach einigen Stunden Regen und Anstrengung ist alles nass oder mindestens feucht. GoreTex und all die entsprechenden Technologien versagen früher oder später. Wie soll bei einer komplett nassen Außenschicht noch irgendwelche Feuchtigkeit von innen nach aussen gelangen? Unser Zmittag essen wir stehend, das oberste aus der Saccosche. Wir müssen uns für die folgenden Wochen besser organisieren. Wir durchqueren schönen Wald und erreichen den Lago Neltume, nebelverhangen, grau. Beim ersten Bushäuschen machen wir einen Zwischenstop und untersuchen unsere unteren Kleiderschichten. Kritische Bereiche sind Schultern und Arme, dort hat es durchgedrückt, aber sonst können wir mit den feuchten Flecken leben.



Weiter gehts, weiterhin Schotter, zum Glück grob und mit Steinen, so versinken wir nicht im Schlamm. Auf und ab, wir werden müde und sehen erst am Abend warum: mehr als 1000 Höhenmeter obwohl wir kaum höher sind als am Morgen. Wir finden eine kleine Pension, ein altes Paar nimmt uns auf, der Mann spaltet Holz und macht ein Feuer im Ofen, kurz darauf ist alles mit unseren nassen Sachen zugehängt. Zum Znacht gibts ein Pouletschenkel mit selbstgemachten Pommesfrites. Die ganze Nacht prasselt der Regen aufs Dach, am nächsten Morgen ist endlich Schluss mit dem nassen Intermezzo, und wir fahren bei Sonnenschein an die Mole wo die Fähre wartet. Dort treffen wir kurz vor der Abfahrt Ely und Bastel aus Deutschland, welche die letzten 3 Tage Hudelwetter im Zelt durchgestanden haben. Wir machen uns nach der Fährpassage gemeinsam auf den Weg nach San Martin. Für die beiden anderen ist es eine Rückkehr nach Argentinien, für uns der letzte Grenzübertritt in ein unbekanntes neues Land.


Die Zeltnacht am See beschert uns eine wunderschöne Abendstimmung und Millionen von Raupen, die sich hinterrücks von den Bäumen abseilen und sich über all unsere Ausrüstung verteilen. Wir habens lustig zusammen, die beiden anderen wissen viel von ihrer Weltreise zu erzählen.



Am nächsten Tag erreichen wir schon bald San Martin, und nach der Konsultation des Wetterberichts nehmen wir uns zu viert ein Zimmer in einem Hostel. Uns stehen wieder Wind und Regen bevor, wir machen einen Tag Pause um gewisse administrative Belange aus der Schweiz zu erledigen. Nichts liegt uns hier im Moment ferner als Freizügigkeits-Konten zu eröffnen und über Geldflüsse von Pensionskassengeldern nachzudenken. Wir sind unendlich dankbar für Mänus kompetente Verwaltung von unseren Finanzen, mit Aufatmen lesen wir seine Mails, welche viel "kein Problem" und "ich werde mich darum kümmern" enthalten. Merci Mänu, für all die Anrufe bei Versicherungen, Banken und vorallem bei der Post. Bei einigen Hotlines wird er wohl mit einer Warnung wegen renitentem Verhalten im System gespeichert sein.

Bald gehts weiter, wir können jetzt nicht mehr bei jedem Regenschauer Pause machen denn die häufen sich. Es gibt keine offizielle Grenze zur Region Patagonien, doch taucht diese Bezeichnung hier immer öfters auf. Patagonien, immer mit Wind und Regen im Schlepptau, wenn wir die Carretera Austral bis ans Ende der Welt befahren wollen, gehört das einfach dazu. Verzeiht uns schon jetzt die permanente Erwähnung der Verhältnisse, das gehört wohl in gewissem Mass zur psychischen Verarbeitung.

Bei dieser Gelegenheit, wir haben jetzt schon ein paar mal von euch, geschätzten Lesern, Mails erhalten mit der Frage ob es uns überhaupt Spass macht bei all den Beschreibungen von Schotter, Wind, Regen, Sand und Salz. Das gehört dazu! Klar ist das anstrengend und mühsam, und wenns den ganzen Tag regnet haben wir irgendwann die Nase voll. Und das ist dann halt auch das Thema unter Velölern, die Verhältnisse bestimmen den Alltag. Wir stecken in wechselhaften Gemütszuständen, und das drückt dann im Blog halt durch, im Moment macht das manchmal kein Spass, aber wenn das dann vorbei ist, ist es nur noch halb so schlimm. Wir sind dann stolz darauf es geschafft zu haben, trotz schwierigen Umständen, aber im Blog geht das vielleicht ein bisschen unter. Darum jetzt hier mal zusammenfassend: es macht uns Spass und wir geniessen es sehr, manchmal ist es mühsam, wir leiden, aber das ist schon ok weil das dazu gehört. Macht euch also keine Sorgen wenns mal düster klingt.