Nach einer rasanten Abfahrt schliefen wir ein naechstes Mal in Lucanas in einem einfachen Hospedaje. Es war Nationalfeiertag, das heisst Riesenfiesta im ganzen Dorf. Inlusive Stierkampf.... Stoerte uns allerdings nicht, dass wir den grad verpasst haben. Am naechsten Tag 30 angenehme Kilometer nach Puquio und schon kam der naechste Aufstieg. Mutig schliefen wir kurz unterhalb der Passhoehe im Zelt auf 4100m.
Nach der Passhoehe gelangten wir auf eine wunderschoene Hochebene mit blauen Lagunen und gaaaaaanz vielen Alpakas.
| Es ist soooooo flauschig!!! |
Allerdings wars ziemlich anstrengend, denn wir waren dauernd auf gut 4500m. Martina hatte ein bisschen Kopfweh und die Lungen mussten auch ziemlich hart arbeiten. Im einzigen Doerfchen auf dieser Hochebene haben wir dann geschlafen. Wir bekamen ein kleines Zimmerchen bei einer Frau, die mit ihren Kindern ein Restaurant betreibt und nebenbei noch dutzende Alpakas besitzt. Wir waren auf jeden Fall froh, hinter den Mauern vor dem beissigen Wind geschuetzt zu sein. Es war auch so noch genug kalt...
Am naechsten Tag fuhren wir nach der Hochebene in ein Tal, nur um dann gleich wieder auf 4500 aufzusteigen und noch einmal eine Nacht auf ueber 4000 m in einem Hospedaje zu schlafen. Nach einer rasanten Abfahrt folgte ein ziemlich langweiliges Tal, das uns schliesslich bis auf 1800 m hinunterfuehrte. Irgendwo mittendrin haben wir in einem einfachen aber sehr sauberen und ordentlichen Hospedaje Unterschlupf gefunden.
Nun sind wir in Abancay, wieder auf 2400 m und erholen uns von der ersten Woche. Wir haben in das Hotel eingecheckt, das im Bike-Fuehrer empfohlen wurde. Und haben nun festgestellt, dass wir im teuersten Gringo-Hotel sind! Teuer heisst: 33 Franken pro Nacht fuer ein Doppelzimmer. Obwohl der Standard nicht viel anders ist als in Nazca, haben wir doch das Gefuehl, dass das hier ein bisschen dekadent ist. Nach allem, was wir in der letzten Woche gesehen haben. Die Einfachheit, in der die Menschen hier und vor allem in grosser Hoehe leben, beeindruckt uns immer wieder. Die Haeuser sind einfache Bauten aus Lehmziegeln, gedeckt mit Wellblech. Der Boden ist haeufig einfach gestampfte Erde und es pfeift durch alle Ritzen rein. Und das bei naechtlichen Minustemperaturen!!!! Huehner, Enten und einmal sogar ein kleines Schaf teilen die Raeume mit den Menschen.
Noch ein paar Eindruecke:
- Pisco sour, das Nationalgetraenk ist alles andere als gut.
- Inka Kola schmeckt wie fluessiges Schlaeckzeug und zwar hochkonzentriert! Roman fands am ersten Tag "zwiespaeltig", am zweiten Tag "gar nicht so schlimm" und faehrt seither nirgends mehr hinauf ohne das Gesoeff.
- Die Tag sind recht kurz: Hell wirds um 6 Uhr (allerdings will man sich hoch oben wegen der Temperaturen kaum vor 7 Uhr aus dem Zelt wagen) und dunkel wirds auch wieder um 6 Uhr. Und danach bitterkalt....
- Wir sind definitiv Exoten mit unseren Velos: Esel, Vicuñas und Alpakas zucken nicht mit der Wimper, wenn ein Lastwagen vorbeifaehrt. Kommen aber wir, so suchen sie panikartig das Weite....
- Peruanisches Essen ist nicht sehr variationsreich. Jedenfalls nicht auf dem Land: Huhn, Reis, Kartoffeln (und zwar beides), fertig. Ach ja, noch Trucha (frittierter Fisch).
- Ich (Martina) haette nie im Leben gedacht, dass ich je mit Steinen nach Hunden werfen werde. Hier tue ich das aber sehr regelmaessig und ohne viel Mitleid. Wenn 4 bis 5 dieser Koeter aggressiv klaeffend neben meinem Velo herrennen und nach meinem Bein schnappen helfen nur noch Steine im Hosensack. Leider.
- Und noch was: Merci fuer all die lieben Geburimails!