zurückgelegte Strecke

Auf der Karte oben koennt ihr die zurueckgelegte Strecke anschauen, wir aktualisieren unseren Standort wenn wir Gelegenheit dazu haben.

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Mittwoch, 14. August 2013

Abancay - Cusco

Nach zwei (oder eher nur einem) Ruhetag in Abancay haben wir uns auf den Weg ueber den naechsten Pass gemacht. Leider ist Roman in der letzten Nacht in Abancay die gesamte Darmflora abgestorben (vielleicht wegen den 2 Kilo Pasta mit Carbonara am Abend zuvor), daher sind wir, trotz grosser Motivation nur gerade 6 km weit gekommen (immerhin 300 Hoehenmeter), dann setzte sich Roman an den Strassenrand und war eher suermlig. Zum Glueck hatte es dort gerade ein Hospedaje, das letzte im Aufstieg vor dem Pass, und wir haben dort um 10 Uhr morgens bereits wieder eingeckeckt und Roman ins Bett gesteckt, wo er einen Tag mit Fieber schlafend verbrachte. Die Riesenportion Suppe am Abend (mit allerhand fleischigen und gemuesigen Zusaetzen) und weitere 12 Stunden Schlaf haben die mit einer Kapsel wiederangesiedelte Darmflora fest in ihrem neuen Zuhause verankert, und wir konnten am naechsten Morgen weiterfahren. Bei diesem Unterbruch ueberholten uns Simon und Silvia aus der Schweiz mit dem Velo, die bereits seit Mexiko unterwegs sind und dasselbe Ziel haben wie wir. Wahrscheinlich werden wir sie wieder irgendwo treffen. 

Kurz vor der Passhoehe haben wir wieder mal in groesser Hoehe gezeltet, mit wunderbarem Ausblick ins Tal und beeindruckender Wetterstimmung. Die graue Wand ueber dem Pass hat uns ein bisschen Sorgen gemacht, doch der Wind hat sich schnell wieder gelegt und bis auf ein paar Tropfen Regen in der Nacht blieb alles ruhig. Nach der Passhoehe hatten wir ploetzlich hohe Schneeberge vor uns, unter uns ein fruchtbares Tal mit ersten Ruinen.

  


Dort hat dann auch schon die Gringo-Abzockerei begonnen, einige Steine fuer 10 Soles pro Person waren ein Vorgeschmack auf das heilige Tal und Maccu Piccu. Wir haben dankend verzichtet und fuhren wieder auf 1900 Meter ins Tal des Rio Apurimac runter, wo uns die Sandfliegen zum Znacht erwartet haben. Diese putzigen, kaum erkennbaren winzigen Fliegen fressen einem Loecher in die Haut und hinterlassen kleine Bluterguesse die noch heute jucken. Neben den Sandfliegen gibts noch weitere suesse Tierchen auf dieser Hoehe, wie zum Beispiel Spinnen mit ungefaehr 15 cm Durchmesser, sehr zur Freude Martinas. Wir haben das 33 Grad heisse und feuchte Tal nach einer durchgeschwitzten Nacht gerne wieder richtung naechster Pass verlassen, der Anstieg in dieser Hitze war allerdings auch nicht gerade erholsam.



Dafuer fanden wir weiter oben in einem kleinen Dorf auf dem Spielplatz eine Stelle fuer unser Zelt. Keine 5 Minuten spaeter hatte sich die Dorfjugend ums Zelt versammelt und blieb dort bis lange nach dem Eindunkeln sitzen. Dabei wurde jede unserer Bewegungen ueberwacht und kommentiert, wir konnten uns beim Kochen und Essen kaum entspannen. Nachdem aber jegliche Komponenten am Fahrrad mit den Jungs diskutiert worden war, kehrte dann doch langsam Ruhe ein. Die Strasse neben dem Spielplatz wurde gerade neu aufgeschuettet, so hatten wir am Abend und auch am naechsten Morgen tatkraeftige Unterstuetzung beim Gepaeck tragen durch die Strassenarbeiter.



 Nach einem weiteren Pass kamen wir ins Tal, welches Richtung Cusco fuehrte, auf dem Weg trafen wir auf die Kaeserei Suiza Andino, von der uns schon Michu Schuepbach erzahlt hatte. Wir fanden seinen Eintrag im Gaestebuch, schrieben selbst ein Kommentar und haben ein halbes Kilo Kaese und ebensoviel Joghurt gekauft. In Anta stellte sich dann die Frage, ob wir direkt nach Cusco weiterfahren, oder ob wir doch noch einen Umweg durch das heilige Tal machen und uns Maccu Piccu zu Gemuete fuehren. Nachdem wir schon tagelang immer wieder hin und her gerissen waren, ob wir wirklich dort hin wollen, entschieden wir uns doch fuer Maccu Piccu, und fuhren auf einer Schotterpiste Richtung Urubamba, wo wir ein einfaches Hospedaje ausserhalb der Gringozone fanden. Trotzdem, nachdem wir aus dem rueckstaendigsten und aermsten Teil Perus (Apurimac) in dieses Tal kamen, hatten wir einen kleinen Kulturschock (diesmal den anderen Weg rum). Teure Hotels mit Spa, Lodges, Riverrafting, Mountainbiking, Pizza und alles in Englisch angeschrieben neben den aermlichen peruanischen Lehmbauten. Die Gringos mit den Motorraedern oder in den Touristen-Bussen mussten mit den Fingern auf uns zeigen und Kameras zuecken. Trotzdem fuhren wir am naechsten Morgen nach Ollantaytambo. Dort wollten wir den Zug nach Aguas Caliente nehmen und von dort aus zu Maccu Piccu hochwandern. In Ollantaytambo konnten wir nicht in Erfahrung bringen, ob wir dann auch wirklich Tickets fuer Maccu Piccu erhalten, oder ob wir die in Cusco kaufen mussten. Die Tickets seien begrenzt, andere Schweizer haben uns gesagt, sie haetten 5 Tage in Cusco warten muessen, bis sie ueberhaupt mit dem Zug nach Aguas Caliente fahren konnten. Der Zug von Ollantaytambo nach Aguas Caliente kostet auch nur gerade 150 Dollar pro Person, der Eintritt weitere 50 Dollar. Die selbe Strecke fuer die Einheimischen kostet gerade mal 10 Soles. Die Zuggesellschaft gehoert der europaeischen Orient Express, all das Geld fliesst also sicher nicht zu den armen Peruanern. Uns verging die Lust, hier noch grossen Aufwand zu betreiben (man koennte mit Bus ueber Santa Teresa guenstiger nach Aguas Caliente gelangen), doch da wir nicht wussten ob wir ueberhaupt Tickets fuer Maccu Piccu erhalten, liessen wir unseren Plan fallen, und fuhren das Tal zurueck Richtung Cusco. Nach einer weiteren Nacht in Calca haben wirs per Zufall gerade auf den Sonntagsmarkt in Pisaq getroffen, welcher vor 10 Uhr sogar noch fast gringofrei war. Der Markt war zwar schon touristisch, aber doch schoen und Martina hat sich bei dieser Gelegenheit neu eingekleidet. Mindestens gabs neue Hosen und ein warmes Alpaka-Techeli gegen die kalten Naechte im Altiplano.



Nach einem weiteren Pass lag Cusco vor uns, und wir haben mit Hilfe des GPS sofort unser Hostel gefunden, welches uns vor Abancay von zwei norwegischen Velofahrern empfohlen wurde. Offenbar treffen sich hier die meisten Velofahrer, alles durch Empfehlung von unterwegs und Mund-zu-Mund-Propaganda. Hier in Cusco bleiben wir fuer einige Tage, die Eindruecke dazu folgen noch.