zurückgelegte Strecke

Auf der Karte oben koennt ihr die zurueckgelegte Strecke anschauen, wir aktualisieren unseren Standort wenn wir Gelegenheit dazu haben.

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Freitag, 23. August 2013

Puno und die Uros

Auf der Passhoehe lag Puno vor uns. Wir haben ein sehr touristisches Staedtchen erwartet und wurden positiv ueberrascht. Bis auf die zentrale Touristenstrasse am Plaza des Armas scheint Puno doch ein authentisches peruanisches Staedtchen am Titicaca-See zu sein.

Puno am Titicaca-See
Wir wussten schon zuvor bei welchem Hostel wir zuerst vorbeischauen werden, uns wurde das Inka's Rest bereits empfohlen, vorallem mit der Bemerkung "Es hat eine Ueberwachungskamera beim Eingang". Wir haben das Hostel dann auch noch im LonelyPlanet gefunden und das erstnoch unter den guenstigen. Nach einer verkehrstechnisch wieder mal anstrengenden Stadtquerung haben wir das Hostel mit Hilfe des GPS schnell gefunden und wurden einmal mehr positiv ueberrascht. Wir wurden sehr nett empfangen (sogar in englisch!), und das zuvor reservierte Zimmer bildet zusammen mit zwei anderen Zimmern, gemeinsamem Bad und einem Aufenthaltsraum mit Fernsehen, Computer mit Internet, Sofas und Esstischen eine gemuetliche WG. Im Hostel hats mehrere solcher WG's, und auch eine gemeinsame Kueche, Dachterasse und Aufenthaltsraum. Zwar ist das Zimmer etwas teurer als in Cusco, doch wird einem sogar kaltes Bier in die WG serviert, und Zmorge ist auch inklusive. Wir haben natuerlich sofort unser Zimmer mit Saccoschen und Velos vollgestopft, und nach ein paar Stunden herrschte, wie immer in unseren Zimmer, ein grosses Chaos.


Hier in Puno haben wir am gleichen Tag nochmals Chrigi und Luca getroffen, welche schon in Cusco einige heitere Stunden mit uns verbracht haben. Nachdem die beiden in La Paz und Copacabana waren, haben wir sie auf ihrer Rueckreise nach Arequipa getroffen. Nach einem gemeinsamen Bier haben wir dann zusammen eine guenstige Znachtgelegenheit gesucht - die beiden haben sich auf Tiefst-Preise spezialisiert, und so haben wir schlussendlich fuer S/. 1.50 (etwa 50 Rappen) eine gute Suppe, Hauptgang (Reis, Gemuese, Kartoffeln, ein bisschen Fleisch) und Tee verputzt. Danach gabs Kuchen und spaeter noch Kaffe im Hostel, bevor die zwei um 23 Uhr dann zum Busbahnhof aufgebrochen sind.

Roman, Martina, Luca, Christian (man beachte auch das Poster im Hintergrund)
Am naechsten Tag haben wir uns ueber die touristischen Attraktionen hier informiert, sehr bekannt sind die Uros, welche auf kuenstlichen Schilf-Inseln etwa 5 km vor der Kueste leben. Auch soll es zwei weitere natuerliche Inseln geben, auf welchem noch in alter Art und Weise gelebt und Landwirtschaft betrieben wird. Auf die Inseln haben wir verzichtet, wir haben bisher genug authentische Landwirtschaft gesehen, welche die Car-Touristen halt bei der naechtlichen Durchfahrt verpassen. Die Uros mit ihren Schilfinseln war aber ein Halbtages-Ausflug, und nicht sehr teuer, daher stiegen wir am morgen mit gemischten Gefuehlen auf ein Boot, welches uns zu den Uros brachte.Schnell wurden unsere eher schlechten Vorahnungen bestaetigt, die Bewohner und die Inseln sind nur auf die Touristen ausgerichtet. Das ganze war wie Ballenberg im Titicaca-See, wir wurden mit einem Liedchen begruesst und verabschiedet, und der Chef der Insel hat gerade zu Beginn das Programm verkuendet: 25 Minuten Zeit um Souveniers zu kaufen, Fotos zu machen und uns umzusehen, dann eine Fahrt mit dem Schilfboot (kostet zusaetzlich, hat natuerlich vorher niemand erwaehnt) zur Hauptinsel mit weiteren Souvenirs und dem Restaurant. Dort hatten wir 1 Stunde Zeit, danach wurde das naechste Boot entladen und wir mussten wieder zurueck. Das viel uns allerdings nicht allzu schwer. Ein kleiner Trost, und was es fuer uns ertraeglicher gemacht hat: es ist nur ein Teil der Inseln fuer Touristen zugaenglich, und diese Bewohner widmen sich einzig und allein den Touristen und leben von den Einnahmen (halt eben wie Ballenberg). Ein weiterer Teil der Inseln ist nicht zugaenglich, und dort wohnen weitere Uros, welche noch "authentisch" leben, Fischfang betreiben und nicht fuer die Touristen Lieder singen. Auch sind die Inseln insofern "modernisiert", als dass sie auch Solarpanels und somit Strom fuer Radio und Fernsehen haben. Intressant sind natuerlich auch die kuenstlichen Inseln, welche vollstaendig aus Schilf bestehen. Das Schilf wird immer oben nachgelegt, weiter unten im Wasser verrottet das Schilf und bildet einen kompakten Schwimmkoerper, bevor es sich zuunterst dann wieder aufloest. So muss oben immer Schilf nachgelegt werden damit sich die Inseln nicht aufloesen. Auf den Schilfinseln werden mit Holzgeruesten und Schilf-Matten einfache Haeuser gebaut, welche eigentlich ganz gemuetlich aussehen.


Natuerlich existieren auch die Boote aus Schilf, beim "Gespraech" mit zwei Bootbauern hat sich aber gezeigt, dass die "modernen" Schilfboote einen Schwimmkoerper aus PET-Flaschen haben, welche mit Schilf ummantelt werden. Danach wurde Roman darauf hingewiesen, dass er doch sehr schoene, neue Hosen habe, auch das T-Shirt, und der Bootsbauer eher schlechte Kleidung. Ob ich nicht etwas Spenden wolle damit sie PET-Flaschen kaufen koennen. Naja.

Nach dem titicaca'ischen Ballenberg hatten wir wieder genug von den touristischen Teilen und konsentrierten uns eher auf die Maerkte und auf den riesen Supermarkt. Dort gabs Spezialitaeten wie Kaese, Aufschnitt, Milch, Milo und sogar Barilla Pesto, wir (vorallem Roman) konnte nicht wiederstehen und das Zmorge im Hostel wurde entsprechend ergaenzt.

Der naechste Tag wurde als Ruhetag deklariert: Ausschlafen, Essen, Lesen, Blog, ein bisschen Routenplanung, Mails, Einkaufen und Kochen im Hostel. Jetzt machen wir uns fuer die Weiterreise bereit, uns stehen zwei Tage entlang des Sees bevor, dann werden wir die Grenze zu Bolivien ueberqueren und wohl einen weiteren Unterbruch in Copacabana machen. Dort liegen die Isla del Sol und Luna, weitere teure, touristische Hoehepunkte (wir wurden bereits von Chrigi und Luca ueber Preise und Hostels informiert), bevors dann in weiteren zwei bis drei Tagen nach La Paz geht. Daher werden wir uns wohl in ungefaehr einer Woche aus der Millionenstadt in Bolivien melden. Auch werden wir schon bald Maenu treffen, die Planung laeuft, wir freuen uns darauf, ihn in etwa einem Monat im Altiplano begruessen zu koennen!