Wir haben in der Zwischenzeit schon erfahren, dass der Rückflug geklappt hat, am Montag musste er wieder in den Stollen und arbeiten. Dass man im Alter von 60 Jahren noch mit dem Velo durch die Lagunenroute fahren kann ist nicht selbstverständlich, auch wir jungen Schnuufer und voll im Saft hatten unsere Mühe und kamen ab und zu mal an die physische oder auch psychische Grenze. Weiter war auch der Roadtrip von San Pedro nach Santiago (und für Martina und Roman bis Temuco) nicht ganz ohne, 3000 Kilometer in 10 Tagen ist ein krasser Gegensatz zu unserem Reisetempo auf der Lagunenroute, und weil Mänu leider nicht so viel Zeit hatte (er muss arbeiten und Roman die Reise finanzieren), konnten wir es auch nicht allzu gemütlich angehen. Und wir wollten ja auch noch vom "Norte grande" von Chile etwas sehen wenn wir schon mal hier waren!
Langer Rede kurzer Sinn: es war eine super Zeit zu dritt, anstrengend und spannend, auch der Roadtrip war eine lustige Alternative zum Veloalltag. Wir vermissen bereits Mänus ungebremsten Optimismus und hoffen, dass uns ohne ihn nicht allzu langweilig wird! ;-)
Jetzt kehrt wohl wieder etwas mehr Ruhe ein, im Prinzip hatten wir noch keinen Erholungstag seit wir aus den Anden nach San Pedro kamen. Heute sind wir in Temuco angekommen, haben ein Hospedaje bezogen und unser Mietauto zurückgegeben. Unsere Saccoschen sind bereits wieder eingeräumt, und die Velos wieder zusammen geschraubt. Wir mussten feststellen, dass sie auf der Fahrt auf der Brügi etwas gelitten haben, die Salzreste wurden am Meer feucht, und mit dem feinen Staub aus diversen Offroad-Strecken ergab sich nicht gerade ein optimales Klima. Die Ketten waren rot und brätthert, die Scheibenbremsen von Martinas Göpel setzten auch Rost an, doch mit Öl und Murks laufen die Antriebe jetzt wieder. Falls wir morgen gerade über ein Velogeschäft stolpern, gibt es vielleicht sogar neue Ketten.
Wir fahren hier noch nicht los, zuerst müssen wir die nächste Etappe planen. Das ist nicht ganz einfach, das chilenische Seenland bietet sehr viele schöne Optionen, und die argentinische Seite bietet auch schöne Alternativen! Wir bleiben also vorerst in Temuco, ergänzen noch den Blogeintrag "Roadtrip", Routenplanung, Velos pflegen, und dann auch mal ausschlafen und gemütlich lange zmörgälä.
------------------- 30. Okt: Update -------------------
So, wir sind annaehernd bereit fuer die naechste Etappe. Nach intensivem Studium vom Reise-Knowhow-Fuehrer von Chile, unterstuetzt von Copec- und Compass-Karten und natuerlich dem Internet haben wir uns eine Route zusammengebastelt, welche einige der vielen Nationalparks durchquert oder streift. Die genaue Route kann auf der Seite Routenplanung Chile auf der Karte angesehen werden. Zu all den Highlights auf dem Weg findet man im Internet schon einiges an Informationen, darum beschreibe ich jetzt hier nicht alles Kommende.
Uns stehen grob geschaetzt 800 km bis nach Chaiten bevor. Etwa 50 km suedlich von Puerto Montt erreichen wir die Carretera Austral, welche in Puerto Montt beginnt und sich 1350 km bis Villa O Higgins zieht. Chaiten liegt etwa 200 km suedlich von Puerto Montt. Aber der letzten Etappe unserer Reise auf der Carretera Austral und durch Feuerland bis ans Ende der Welt wird dann ein eigene Seite gewidmet, dauerts es ja doch noch eine gewisse Zeit bis wir so weit sind.
