Wir sind vor ein paar Stunden nach 2 Wochen harter Arbeit und unglaublich schöner Natur auf der Lagunenroute in San Pedro de Atacama angekommen. Heute gibts nichts mehr im Blog, wir sind müde, doch viele Fotos warten, und dazu unterschiedlichste Meinungen zum Spassfaktor beim Velofahren im Sand. Die Bärte sind buschig und lang, die Füdlibacken rot und wund, die Velos eingestaubt und mit Sand im Getriebe eher knirschig im Umgang. Jeder hat gelitten, jeder hat gestaunt, und wir schauen mit einem lachenden und einem grännenden Auge zurück, wobei wir froh sind dass uns die Tränen nicht mehr wegen arktischen Temperaturen und Sturmwind im Auge gefrieren!
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| Survivors Lagunenroute 2013 |
Also, hier folgt bald mehr, jetzt wird geschlafen.
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So, unsere Weiterreise ist organisiert, dann bleibt jetzt noch ein bisschen Zeit um die letzten zwei Wochen zu beschreiben. Zur Weiterreise und unseren Plänen dann später mehr (im Artikel "Roadtrip").
In Uyuni war als letztes noch gross die Rede das wir dann gleich aufbrechen, dass mussten wir dann kurzum um zwei Tage berschieben weil Roman eine Portion Spagetti mit Roquefort-Sauce nicht bei sich behalten konnte. Wer is(s)t schon so blöd und bestellt in Bolivien ein Znacht mit Schimmelkäse? Jedenfalls hatten so Mänu und MArtina mehr Zeit um einen Transport zur Isla Incahuasi zu organisieren. Das war gar nicht so einfach, denn eigentlich buchen hier nur Rucksacktouristen eine Jeep-Tour über den Salar und die LAgunenroute, meistens ohne Velo im Handgepäck. Die Guides mit Jeep kamen also nicht in Frage, auch sind die Toyota Landcruzer nicht mit genügend Gepäckraum für 3 Velos, 12 Saccoschen und 3 Rucksäcke ausgestattet. Doch Martina und Mänu sichteten bei ihren Streifzügen durch Uyuni einen kleinen Lastwagen, und mit beherztem Kurzstreckensprint konnten sie den Fahrer stoppen. Dieser war noch nie auf dem Salar, "Transporto urbano". Doch die beiden konnten ihn überschnure, wahrscheinlich hat auch die Aussicht auf ein hohes Einmommen gewirkt. So stand der Laster bald vor dem Hotel, der Fahrer hat kurzum einen Freund mitgenommen, der sich auf dem Salar auskennt. Die Velos auf die Ladefläche, alles festgezurrt, dann noch Martina und Mänu hinten drauf, der immer noch angrschlagene Roman durfte sich neben die Fahrer in die Kabine zwängen.
Und dann begann der Höllenritt.
Zuerst gemächlich, erster Halt: Kissen für Martina. Der zweite Halt sorgte dann für ein bisschen Verunsicherung: 10er Pack Dosenbier. Nun gut. Dann kam die Strasse nach Colchani an die Reihe, das Wellblech hatten wir noch gut in Erinnerung. Wellblech macht auch im Auto keinen Spass, erst recht nicht bei 80 km/h. Manchmal sah man aus der Kabine wie die beiden auf der Ladefläche mit den Velos kurz abhoben. Sie hatten wenigstens kein Dach über dem Kopf, welches die kurzen Luftsprünge abrupt bremste. Grosse Erleichterung dann als der Lastwagen auf den Salar abbog. Ab diesem Moment konnte der Fahrer dann eine Hand vom Steuer nehmen, das musste ausgenützt werden. "Wosch es Bier?" die beiden zu Roman. Wir waren zwar schon gute Freunde geworden auf der Sandpiste, doch hielt sich Roman noch zurück. Die beiden Fahrer eher nicht. Man kann sich auch gut vorstellen was die Wellblechpiste für einen Einfluss auf das Bier hatte, welches am Boden zwischen den Sitzen stand.
Wir hatten etwa 80 km auf dem Salar vor uns, das reicht gut um 10 Dosen Bier zu trinken. Mit dem Hintergedanken die Biermenge des Fahrers zu reduzieren kippte Roman dann doch noch ein Bier - übrigens argentinisches "das ist viel billiger als bolivianisches". Na dann Prost.
Martina und Mänu auf der Ladefläche merkten dann bald, das sich der Fahrstil änderte. Mal war die Fahrspur links, später rechts vom Lastwagen, 200 Meter breite Schlangenlinien sind auf dem Salar zum Glück kein Problem. Soweit nicht erstaunlich, der Fahrer sprach mit Roman und musste ihn dazu selbstverständlich anschauen, da kann man nicht auch noch nach vorne schauen und versuchen die Fahrspur zu halten. Auf jeden Fall erreichten wir die Insel, der Abschied fiel bierseelig herzlich aus, Touristen und die Guides aus 50 Jeeps verfolgen die Szene mit grossem Intresse.
Wie die beiden mit ihrem Lastwagen wieder zurück nach Uyuni kamen konnten wir uns nicht vorstellen.
Wir quartierten uns auf der Insel in einem einfachen Zimmer mit Aussicht auf den Salar und Sonnenuntergang ein, und bestellten im Restaurant Lama-Plätzli mit Reis. Roman schaffte dann nur knapp die Suppe, mehr lag noch nicht drin. Wer ist schon so blöd und trinkt kurz nach einer oralen Magenentleerung Bier?! Am nächsten Tag dann war klar, wir machen nochmals einen Ruhetag, so geschwächt sollte man wohl nicht in die härteste Etappe von ganz Südamerika einsteigen! Unser Zimmer war gemütlich, die Aussicht wunderbar, so verging der Tag auf Incahuasi schnell und am nächsten morgen machten wir uns auf den Weg zum Südufer des Salars. Wir gingen es gemütlich an, und wir hatten noch grosse Pläne was Fotos anging. Auch die obligaten Filmsequenzen auf Wunsch von Mänu wurden aufgenommen, und so mussten wir bald vorwärts machen damit wir es überhaupt noch ans Ufer schafften bevor der tägliche Wind zu stark wurde. Schlussendlich gab es dann doch noch ein rechtes Gegenwind-Gemurks, und Romans eher leerer Energiespeicher beschleunigte die Fahrt auch nicht gerade. Wir waren froh, als wir dann am Ufer ein Hotel erreichten. Kurz darauf stellten wir fest, dass es sich dabei sogar um ein Salzhotel handelt! Die "Bachsteine" waren aus Salzblöcken, Möbel auch, dazu grobes Salz als Bodenbelag. Dazu viele Touris mir ihren Guides, jedoch haben wir ein eher einfacheres und bezahlbares Salzhotel erwischt. Am nächsten Tag liessen wir den Salar hinter uns und fuhren zum letzten Dorf vor der Lagunenroute. Schon hier kamen wir bald nicht mehr so schnell vorwärts, tiefer Sand und hartes Wellblech zwang uns ab und zu aus dem Sattel, und an ein paar Kreuzungen waren wir froh um das GPS. Am Mittag setzte dann wieder der Wind ein, der nahm stetig zu bis wir gegen Nachmittag mit noch Schrittgeschwindigkeit gegen San Juan murksten. Das eine oder andere Mal hat sich wohl jeder mal überlegt ob das jetzt 2 Wochen so weiter geht und ob das überhaupt Spass macht.
In San Juan gabs mehr als erwartet, so landeten wir in einem eher teuren aber sehr schönen Hotel und genossen ein letztes Mal eine heisse Dusche, windstilles WC und grosse Betten mit Daunen-Duvet bevors dann Richtung Süden zur LGunenroute ging.
Leider ist schon wieder spät und es gibt noch viel zu erzählen, der nächste Abschnitt folgt bei der nächsten Gelegenheit!
------------------------------------- 24. Okt: UPDATE -------------------------------------
In San Juan konnten wir nochmals unsere Vorräte ergänzen. Wir hatten gehörig Respekt vor der nächsten Etappe, 100te von Blogs von anderen Tourenfahrern beschreiben die unendlichen Qualen von Wind, Sand, Kälte, mühsamen Jeepfahrern und beeindruckender Natur. Die harte Strecke ist etwa 400 km lang, und durchgehend über 4300 Höhe, mit mehreren Pässen, der höchste mit beängstigenden 4930 m Höhe! So hoch waren Martina und Roman noch nie, und der 4600 m hohe Pass vor Parinacota war uns noch in atemberaubender Erinnerung. Doch die eigentlich sehr gut dokumentierte Strecke, und das Wissen, dass vor uns in den letzten 3 Wochen mindestens 5 bis 10 andere Velofahrer durchgekommen sind, beruhigte ein bisschen, dazu hatten wir jetzt ja doch einige Erfahrung mit Wind und Schotter aus der Hinterlandroute und das Gefühl wir können uns das zutrauen. Und so machten wir uns auf den Weg von San Juan richtung Süden und Lagunenroute.
Tag 1
San Juan liegt noch auf tiefen 3700 m Höhe, und die ersten etwa 50 km sollten laut dem Höhenprofil (es gibt im Internet dutzende von Wegbeschreibungen, GPS-Tracks, Höhenprofile, Karten und andere Empfehlungen wie Windschutz, Wasserquellen und Refugios, so wussten wir einigermassen genau was uns jeweils erwartete und wie wir die Tagesetappen ungefähr einteilen können) eher flach ausfallen. Frohen Mutes fuhren wir los. Unser erstes Ziel war die Militärbasis Chiguana (die Lagunenroute liegt sehr nahe an der chilenischen Grenze und wir erinnern uns, dass sich die Chilenen und die Bolivianer nicht sehr gut mögen). Der schön flache Pseudo-Salzsee liess uns zügig vorankommen, dann setzte ein Lüftchen ein, zart strich es über Mänus und Romans Bart. Eine halbe Stunde später kamen wir kaum noch vorwärts. Buff über Mund und Nase montieren, Handschuhe, und so lassen sich Staubwolken und Sandregen gut ertragen. In der Basis kreuzten wir auch die Zuglinie von Uyuni nach Chile, und grad tout juste kommt ein ewig langer Güterzug, 3 uralte Dieselloks und geladen sind riesige Gussbehälter, voll mit aufgeschmolzenem Zinn und Blei. Im Windschatten des Bahnhofs gibt es Suppe mit Sand, und wir füllen unsere Wasservorräte für 2 bis 3 Tage aus einem Stahltank neben der Militärbasis. Natürlich wird alles Wasser immer mit unserem Katadyn Wasserfilter von Lamagagi befreit. (Der Autor scheint einige Mühe mit den grammatikalischen Zeiten der Erzählung zu haben, Entscheidungsschwierigkeiten bei der Wahl von Präsens oder Vergangenheit wie es scheint, es sei ihm verziehen. Anmerkung der Redaktion) Wir murksen gegen den Wind bis an den Fuss unseres ersten Passes, dort soll es in einem ausgetrockneten Flussbett eine Mauer als Windschutz für das Zelt haben. Hat es natürlich nicht, doch finden wir im Flussbett trotzdem einen guten windgeschützten Zeltplatz.Tag 2
Am nächsten Morgen ist es windstill, wie immer am morgen, und wir nehmen den Aufstieg zum ersten Pass in Angriff. Wobei der Pass eigentlich nur aus einem Aufstieg auf über 4000 m Höhe ohne nennenswerte Abfahrt besteht. Der Aufstieg hat es in sich, die Strasse ist keine, sondern einfach entstanden weil immer wieder Jeeps mit Touris dort durchfahren. Tiefe Fahrrillen mit grossen Steinen, nur Martina schafft es, fast die ganze Strecke zu fahren, Mänu und Roman müssen ab und zu mal stossen. Hinter dem Pass gibts Suppe und dann Sand, diesmal weniger in der Suppe als mehr auf der Strasse. Wir sind froh über eine kurze Strecke auf der Verbindungsstrasse zwischen Uyuni und Chile, die hier unsere Strecke kreuzt, guter harter Erdbelag. Dann kommt der endgültige Abzweiger auf die Lagunenroute, das Tor zur Weiterreise ist ein weiterer Pass. Wir futtern Snickers und fahren dann ein Bachbett hinauf, das gut als Downhill-Strecke gebraucht werden könnte. Einigen macht diese Strecke Spass, ist es doch eine Abwechslung zum Sand und das Fahren erfordert volle Konzentration.. Das ist nicht Mänus Glanztag, er schiebt hier lieber. Wir hoffen, es noch bis zur ersten Lagune zu schaffen, doch Sand und grobes Wellblech bremsen uns hinter dem Pass stark ab, und die Sonne geht bald unter. Wir stellen das Zelt auf einen getrockneten Dräck-See, doch vorher müssen Handschuhe und dicke Jacken angezogen werden, im Schatten und nach dem Sonnenuntergang wird es schnell kalt. Der schneidende Wind ist zum Glück nicht zu stark, aber wir bekommen hier die Tragweite von Windchill zu spüren. Dumm gelaufen wenn du jetzt noch dringend aufs WC musst, da friert dir das Füdli recht schnell ein. Wir sind geschafft, und fragen uns ob es jetzt jeden Tag so anstrengend wird.Tag 3
Am nächsten Tag wird die Fahrspur spürbar besser, und wir sind schneller als erwartet. Wenn wir das am Abend vorher gewusst hätten, wären wir die paar Kilometer zur ersten Lagune wohl noch gefahren. So erreichen wir sie eben am Morgen und glauben jetzt endlich, dass wir auf der Lagunenroute sind. Die Umgebung zu beschreiben wäre zu aufwändig, und doch kann es sich dann niemand vorstellen, dafür sind ja die Fotos da. Diese erste Lagune bietet uns bereits das volle Programm inklusive Flamingos. Sie heisst Laguna Cañapa.
| Laguna Cañapa |
Bis zur nächsten Lagune ist es nicht weit, und wir erreichen sie am Mittag. Diese heisst Laguna Hedionda und ist teilweise weiss, wahrscheinlich vom Salz. Und hier hat es noch viel mehr Flamingos. Dazu gibt es an dieser Lagune ein Hotel und Jeep-Stellplätze für die Mittagspause der Jeep-Touristen. Die überdachten Tische kosten natürlich etwas. Gleichzeitig mit uns erreichen auch etwa 10 bis 15 Jeeps mit jeweils 4 bis 6 Touris diesen Ort. Vor dem Zmittag kümmern wir uns aber zuerst um unsere Wasservorräte. In der Lagune, gleich am Ufer aber bereits im Wasser gibt es eine Süsswasserquelle. Die Suche bleibt uns dank dem GPS erspart, Roman hat die Koordinaten der Quelle schon vorgängig im GPS gespeichert. Die Quelle selbst liegt etwa 20 cm unter Wasser, am Grund drückt Süsswasser durch den sandigen Boden. Wir zücken unseren Filter und dann werden 30 Liter Wasser gepumpt, denn ab hier gibt es 2 bis 3 Tage keine Gelegenheit mehr Wasser zu erhalten. Das Wasser der Lagunen ist salzig und wir wissen nicht was sonst noch alles für Schwermetalle darin herum dümpeln, doch dort wo sich die Flamingos waschen, ist das Wasser gut und eben auch nicht allzu salzig. Das gefilterte Wasser ist geniessbar, aber leicht salzig. Nach der Pumperei verschieben wir ins nahe Hotel-Restaurant wo wir mit eher gerümpften Nasen vom Personal gemustert werden. Man macht uns Hamburgesas mit Eier drin als Fleischersatz, für jeden zwei, dazu 2 Liter Cola. So können wir unsere Vorräte schonen. Nach dem Zmittag kaufen wir den Kiosk leer, alle Snickers und Güetzi werden aufgekauft. Den Ghüder wollen wir auch loswerden. Der Chef dort mustert unseren Sack und untersucht den Inhalt. Er nimmt ihn, "das ist brennbar", und stellt unseren Ghüdersack neben den Ofen in der Restaurant-Küche. Auch gut. Der Rest der Bolivianer schmeisst den Ghüder ja einfach in die Pampa, oder die Fortschrittlichen verbrennen das Zeug in grossen alten Ölfässern.
| Laguna Hedionda |
Wir brechen wieder auf, zur nächsten Lagune. Diese liegt gleich über einen kleinen Hügel, und heisst Laguna Chiar Kkolla, und wir betrachten die friedlich am Ufer irgendetwas fressenden Vicuñas mit Flamingos im Hintergrund. Weiter gehts, durch puderfeinen weissen Staub, wir ziehen grosse Staubfahnen hinter uns her. Die windabgewandte Seite unserer Velos ist bald ganz weiss.
| Laguna Chiar Kkolla |
Die nächste Lagune heisst Laguna Honda. Wir fötelen die Lagune, die Jeeptouristen fötelen uns. Es wird Nachmittag und auf der Seite liegt die letzte Lagune der ersten Hälfte, die Laguna Ramadita. Vor uns liegt der nächste Pass, und wir fahren über die sandige Ebene, die immer steiler wird. Im Aufstieg finden wir unseren Zeltplatz, ein kleiner Absatz der den schlimmsten Wind abhält. Nur schade, dass der Boden sandig ist, wir graben tiefe Löcher für die Heringe. Die Lagunenroute wurde heute ihrem Namen gerecht, und wir sind uns auch ohne GPS und Karte sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
| Laguna Honda |
Tag 4
Das Programm für den nächsten Tag umfasst einen Pass mit 4700 m Höhe, und dahinter die Silolische Wüste. Die Fahrspuren der Jeeps waren im Aufstieg auf den Pass auf über 2 Kilometer Breite verteilt, jeder fährt irgendwo durch, und so wird eine riesige Fläche umgegraben. Wir hatten einige Mühe hier eine gute Spur zu finden, doch gibt es meistens irgendetwas fahrbares. Vor dem Pass konzentrieren sich die Spuren aber wieder weil es durch ein Tal geht, hier ist fertig mit fahren weil der gesamte Talgrund sandig und verspurt ist. Dort wo der Boden ein bisschen härter ist, bildet sich sofort Wellblech, ebenfalls nicht fahrbar. Wir stossen.| Sand und Wellblech |
Der Pass ist noch vor dem Mittag geschafft, und wir fahren in die Wüste herunter. Zum Glück finden wir für die Mittagspause einen Wind- und Sonnenschutz. Die Wüste ist komplett verspurt, auch hier ist auf einer breite von mehreren Kilometern kein Stück nicht von Jeeps vercharet, es gibt wohl kein Bestreben die Wüste in ihrem natürlichen Zustand zu erhalten, wichtig ist den Guides dass sie möglichst ohne Holpern und vorallem möglichst schnell vorwärts kommen. Die Jeeps brettern mit 80 km/h und riesigen Sandfahnen an uns vorbei. Am Eingang zum Nationalpark beginnt eine präparierte Piste durch die Wüste. Entlang stehen Schilder, darauf steht, man solle aufgrund von verantwortungsvollem Tourismus doch bitte nur die gemachte Fahrspur verwenden. Denkste! Uns haben etwa 2 Jeeps auf dieser "Strasse" überholt, die restlichen 100 fuhren quer durch die Wüste. Also, falls ihr die Lagunenroute noch einigermassen schön sehen wollt, macht es bald. In einigen Jahren wird wohl alles umgepflügt und vercharet sein. Nachhaltigkeit ist ebenso ein Fremdwort für die Bolivianer wie Abfallkonzept. Hat ja auch gewisse Zusammenhänge. Item, nachdem wir Wohlstands-Europäer uns gebührend aufgeregt haben, fuhren wir weiter. Die Piste durch die Wüste ist mühsam, Sand (wer hätte das gedacht, wir sind in einer Wüste) und Wellblech machen unsere Füdlis kaputt und die Beine müde.
| Das Velo in seinem natuerlichen Lebensraum |
Mit Hilfe von Ovosport schaffts aber auch Roman bis zu den Hügeln an der Seite der Wüste, wo wir wieder mal Löcher graben um die Heringe im Sand zu fixieren. Trotz den wideren Umständen (Sand, Kälte und Wind) stehen unsere Zelte straff und stabil im Wind, und sobald Martina und Roman ihr geräumiges Zelt aufgestellt und die Absis gegen den Wind abgedichtet haben, ist der Tag überstanden. Martina und Roman sitzten im Schlafteil, und Mänu stösst später dazu, wenn er dann endlich alle seine 7 Sachen aufgeräumt hat. Gekocht wird im Zelt, es ist gemütlich und bei 3 Personen und Kocher sogar ein bisschen warm. Wir kochen jeden Tag 2 mal, zum Zmittag gibt es meistens Suppe mit Brot und Mayo, manchmal sogar Würstchen aus der Dose dazu. Zum Znacht dann entweder Härdöpfustock oder Spagetti mit Tomatensauce, darin entweder Thun oder Poulet aus der Dose. Schoggi und Güetzi mussten rationiert werden, eine Tafel Schoggi pro Tag muss reichen, und für jeden entweder ein Twix, Snickers oder Mars pro Tag. Roman hat noch eine zusätzliche Ration Ovosport, die werden nicht geteilt sonst bleibt er auf der Strecke. Zum Zmorge gibt es Instant-Haferbrei, dazu haben wir etwa 2 Liter Kondensmilch dabei, damit wird Schwarztee, Kaffee und Haferbrei ergänzt. Zum Brei hat es auch noch Brot mit Mayo und Käse. Essen haben wir also genug, wohl mehr als die meisten anderen, die hier mit dem Velo unterwegs sind.
Tag 5
Die Silolische Wüste ist noch nicht ganz geschafft, doch heute wollen wir bis zur nächsten Lagune, dort gibt es Wasser und ev. sogar ein Bett und Znacht. Vorher kommen wir aber noch am Arbol de Piedra vorbei. Mitten in der Wüste stehen zum Teil bizarre Steinformationen, die bekannteste davon sieht aus wie ein Baum. Wir posen, mit und ohne Velos. Als die Jeeps wie ein Heuschreckenschwarm auf den Steinbaum zu kommen, ergreifen wir die Flucht.| Arbol de Piedra |
Es folgt der übelste Abschnitt soweit, und wir stossen für einige Kilometer etwa ein Drittel der Zeit. Doch schon bald sehen wir einen roten Schimmer zwischen den Vulkanen, die Laguna Colorada.
| Laguna Colorada |
Tag 6
Es gibt auch noch ein südliches Refugio an der Laguna Colorada, und wir beschliessen einen Ruhetag zu machen und nur vom nördlichen ins südliche Refugio zu fahren, ein bisschen mehr als 10 km. So können wir am Morgen noch zum Aussichtspunkt wandern und die gegen Mittag immer röter werdende Lagune bewundern. Wir haben nicht ganz verstanden wies funktioniert, irgendwelche Bakterien im Wasser kommen wegen der Sonnenstrahlung an die Oberfläche, und darum scheint der See dann rot. Zusätzlich produzieren die irgend ein Stoff, der dann vom Wind zusammen geschoben wird, dort wird das Zeug hart und bildet eine weisse Masse. Das sieht dann aus wie Eisberge im roten Wasser, dazwischen gibts wieder Flamingos.
Die kurze Strecke zum südlichen Refugio ist genauso mühsam wie die Strecke am letzten Tag, doch werden wir dort sehr herzlich von der Familie aufgenommen, und wir sind dort auch die einzigen Gäste. Wieder lassen wir uns bekochen, und es gibt sogar ein Bier! Wir schlafen gut, Erholung ist wichtig, denn uns erwartet am nächsten Tag der wortwörtliche Höhepunkt unserer Reise: Sol de Mañana, das Geysirfeld am 4930 m hohen Pass.
| Laguna Colorada |
Die kurze Strecke zum südlichen Refugio ist genauso mühsam wie die Strecke am letzten Tag, doch werden wir dort sehr herzlich von der Familie aufgenommen, und wir sind dort auch die einzigen Gäste. Wieder lassen wir uns bekochen, und es gibt sogar ein Bier! Wir schlafen gut, Erholung ist wichtig, denn uns erwartet am nächsten Tag der wortwörtliche Höhepunkt unserer Reise: Sol de Mañana, das Geysirfeld am 4930 m hohen Pass.
Tag 7
Wir fahren früh los, vor dem Wind, kurz darauf treffen wir auf einen Östreicher auf dem Velo. Er kommt uns entgegen, wir schnurre und tauschen Infos, dann können wir den Aufstieg nicht mehr länger usestüdele. Wir kommen auf eine verhältnismässig gute Piste, wie erwartet, denn der Wirt aus dem letzten Refugio hat uns erklärt, die Strasse zwischen Chile (dem Anschluss an die Asphaltstrasse über den Paso Jama zwischen San Pedro und Argentinien) und der Laguna Colorada werde jede zweite Woche frisch geschoben, weil hier grosse Lastwagen von Minen bei Sol de Mañana nach Uyuni fahren. Bei der Laguna Colorada zweigt eben eine Strasse von der Lagunenroute ab und führt direkt nach Uyuni. Ausser der Touristenjeeps fährt sonst niemand das Stück zwischen Laguna Colorada und San Juan. Zwischen der Laguna Colorada und der chilenischen Grenze ist aber mehr Verkehr, neben den Jeeps sind hier eben Lastwagen unterwegs. Und wir trauen unseren Augen nicht: es kommt uns eine Planiermaschine entgegen! Diese grossen Dinger haben unten zwischen den Rädern eine grosse Schnuzi und kratzen damit die Strasse flach. Steine werden wie Schnee zur Seite geschoben, und das lästige Wellblech wird mit Sand und Kies aufgefüllt und eingeebnet. Wir fahren also auf einer frischen Strasse gegen den Pass, doch wird die Strasse schlussendlich so steil, dass Mänu doch teilweise stossen muss. Nach dem ersten steilen Biz wird es flacher, und uns bläst der Wind in den Rücken. Wir ziehen uns um, Goretexjacke, Kappe, Handschuhe, mehrere Pullover darunter, und der Buff über das Gesicht. Dann wird nochmals Energie gefuttert, Snickers, Erdnüssli und Wasser. Wir strampeln immer höher, die Schneegrenze kommt näher, und in den geschützen Stellen liegen Schneefelder mit Büssereis. Die letzten 100 Höhenmeter sind wieder äusserst mühsam sandig, und wir stossen. Das GPS leitet uns sicher an der Abzweigung zur Mine vorbei, und wir erreichen einen unspektakulären runden Rücken, die Passhöhe mit 4926 m. Ganz so genau ist das mit der Höhe auch nicht, Karten, GPS und Höhenmesser sind sich nicht so einig, klar ist aber: ein bisschen höher als 4900.
Wir stehen dort nicht allzu lange, der Wind ist brutal stark und warm ist es auch nicht gerade, wir machen ein paar vollvermummte Bilder, dann wollen wir endlich zum Geysir-Feld, welches ein bisschen weiter unten schon an den Dampfwolken erkennbar ist.
| Passhoehe auf dem Velocompi |
Dort angekommen finden wir einen grossen Stein mit zusätzlichen Steinmauern als Windschutz, wir können endlich Zmittag kochen! Roman wird jeweils äusserst ungeniessbar wenn es zu spät etwas zu Essen gibt, mit dem tiefen Zuckerspiegel sinken auch Motivation und Laune. Mänu würde am liebsten weder essen noch Zelt aufstellen sondern direkt mit dem Föteler zu den Geysiren rennen, doch in Anbetracht der Umstände erledigen wir dies besser bevor der Wind noch stärker wird. Mänus kleines 1er Zelt passt wunderbar vor einen Stein, Aussicht direkt auf das Geysirfeld, keine 10 Meter weg von den dampfenden Löchern. Roman und Martina haben etwas mehr Mühe ihr Riesenzelt in den Windschutz zu zwängen, doch das Ding ist, wenn gut abgespannt, auch im stärksten Wind super stabil. Dann endlich, Zelte stehen, Bett ist bereit und die Velos parkiert, können wir auf das Geysirfeld los. Die Sonne steht schon tief, der Wind lässt langsam nach, und wir diskutieren, wie ernst man das ACHTUNG GEFAHR Schild nehmen muss, und ob wir das NICHT BETRETEN wohl ignorieren dürfen. Ist ja nur eine sehr aktive heisse Zone in einem sehr vulkanischen Gebiet, was soll da schon passieren? Wer hätte es gedacht, schlussendlich wandern wir alle staunend zwischen riesigen Suppentöpfen mit brodelndem grauem und braunem Schlamm herum und die Sinne schwinden ab den schwefligen Dämpfen. Neben den kochenden Schlammlöchern hat es Dampfsäulen die aus dem Boden schiessen, die grösste hat am Boden gut einen halben Meter Durchmesser, das ganze sieht etwa aus wies oben am Kamin der Ghüderverbrennungsanlage aussieht. Einfach ohne den Schadstoff-Filter. Wir füllen unsere Speicherkarten mit Föteli und Filmli, und als die Sonne untergeht gehts zurück ins Zelt, kochen, dann sind wir schon bald im Schlafsack.
| Geysirfeld Sol de Mañana |
Zmiz in der Nacht scheppern die Pfannen, und es knistert unser Ghüdersack, Martina vermutet einen Puma im Vorzelt und glüsslet todesmutig durch das Muggengitter. Es ist kein Puma, es sitzt total verängstigt eine Maus zwischen unseren Pfannen. Wahrscheinlich gingen der auf 4900 m Höhe die Wintervorräte aus, da lässt sie sich keine Gelegenheit entgehen. Unser Ghüder hat ja anscheinend einen guten Brennwert (fand ja auch der Wirt von der Laguna Hedionda). Wir stellen den Ghüder raus und schlafen weiter.
Tag 8
Am Morgen kurz vor Sonnenaufgang kommen gegen 10 Jeeps über den Pass und lassen eine Horde leichtbekleideter Touristen auf die Geysire los. Wir haben Mitleid mit den herumhüpfenden Touris und sind dankbar für unser mehrschichtiges Kleidungskonzept und die angemessene Vorbereitung für diese Höhe zu dieser Tageszeit. Die Szenerie ist beeindruckend, ohne Wind steigen die Dampfsäulen hoch in den Himmel, und wegen der Kälte gibts auch mehr Dampf als am Abend. Nach einer halben Stunde müssen die Jeeps weiter, wir machen Zmorge.
Der heutige Tag wird eher gemütlich, 20 Abfahrt zur nächsten Lagune. Und dort erwartet uns eine heisse Quelle. Leider kann man es nicht einfach la tschädere beim Runterfahren, Füdli und Velo würden arg leiden, darum brauchen wir trotzdem einen halben Tag bis wir nach dem Mittag an der Laguna Chalviri eintreffen. Dort sind die Jeeptouristen gerade in den 2 Restaurants am Zmittag. Wir haben den Pool am Ufer der Lagune schon gesichtet, doch zuerst gibt es auch für uns Zmittag. Danach fragen wir im Refugio nach einer Schlafgelegenheit. Wir kriegen ein 4er Zimmer und ein Znacht wird uns später auch gekocht. Als dann die Jeeps wieder losfahren, reissen wir uns die Kleider vom Leib und werfen uns in das knietiefe Wasser. Es ist herrlich heiss, und wir verbringen den ganzen Nachmittag dort drin, lassen all die Schichten Sonnencreme und Sand einweichen und verschmutzen damit die Lagune. Halb so schlimm, im angrenzenden Salar wird Borax abgebaut (gelesen, nicht gesehen), das Wasser ist wohl vorbelastet. Gegen Abend kommen zwei Busse, und plötzlich sind wir von 20 jungen Frauen umgeben: Schulreise vom Gymer aus Oruro. Keine Badesachen dabei? Kein Problem, die Unterwäsche reicht auch. Die Hälfte der Modis wäscht sich mal schnell die Haare, am Beckenrand knieend. Die 5, welche sich ins Wasser gewagt haben, wollen dann mit uns Föteli machen. Wir sind, verschrumpelt und mit knallroter Bire, superfotogen und machen gerne mit. Bei Sonnenuntergang treffen 4 weiter Velofahrer ein, die haben uns eingeholt. Martina muss nach ein paar Stunden das Becken verlassen, Roman und Mänu, abgehärtet von der Sauna, halten es noch immer aus. Eine gute Gelegenheit, Martina serviert Bier und Pringels an den Beckenrand, alles in Allem ein gelungener Nachmittag. Kommentar der anderen Radler zu Bier im Pool: they know how to party!
| zelten im Schwefeldampf auf 4900 m Hoehe |
Der heutige Tag wird eher gemütlich, 20 Abfahrt zur nächsten Lagune. Und dort erwartet uns eine heisse Quelle. Leider kann man es nicht einfach la tschädere beim Runterfahren, Füdli und Velo würden arg leiden, darum brauchen wir trotzdem einen halben Tag bis wir nach dem Mittag an der Laguna Chalviri eintreffen. Dort sind die Jeeptouristen gerade in den 2 Restaurants am Zmittag. Wir haben den Pool am Ufer der Lagune schon gesichtet, doch zuerst gibt es auch für uns Zmittag. Danach fragen wir im Refugio nach einer Schlafgelegenheit. Wir kriegen ein 4er Zimmer und ein Znacht wird uns später auch gekocht. Als dann die Jeeps wieder losfahren, reissen wir uns die Kleider vom Leib und werfen uns in das knietiefe Wasser. Es ist herrlich heiss, und wir verbringen den ganzen Nachmittag dort drin, lassen all die Schichten Sonnencreme und Sand einweichen und verschmutzen damit die Lagune. Halb so schlimm, im angrenzenden Salar wird Borax abgebaut (gelesen, nicht gesehen), das Wasser ist wohl vorbelastet. Gegen Abend kommen zwei Busse, und plötzlich sind wir von 20 jungen Frauen umgeben: Schulreise vom Gymer aus Oruro. Keine Badesachen dabei? Kein Problem, die Unterwäsche reicht auch. Die Hälfte der Modis wäscht sich mal schnell die Haare, am Beckenrand knieend. Die 5, welche sich ins Wasser gewagt haben, wollen dann mit uns Föteli machen. Wir sind, verschrumpelt und mit knallroter Bire, superfotogen und machen gerne mit. Bei Sonnenuntergang treffen 4 weiter Velofahrer ein, die haben uns eingeholt. Martina muss nach ein paar Stunden das Becken verlassen, Roman und Mänu, abgehärtet von der Sauna, halten es noch immer aus. Eine gute Gelegenheit, Martina serviert Bier und Pringels an den Beckenrand, alles in Allem ein gelungener Nachmittag. Kommentar der anderen Radler zu Bier im Pool: they know how to party!
| Laguna Chalviri |
Tag 9
Der nächste Tag ist durchzogen, es beginnt bei bedecktem Himmel und darum eher kühlen Temperaturen. Wir fahren Richtung Desierto de Dali. Dort stehen ein paar grosse Chempen im Sand, Dali bleit unerkannt. Entfernt erinnert die Szenerie an irgendein Bild von Dali, da stehen irgendwelche bizzare Objekte im Sand. Mit viel Fantasie lassen sich gewisse Parallelen erkennen. Wir pedalen weiter durch die Sandpisten, und dann liegt ein weiterer Pass zwischen uns und den nächsten Lagunen. Im steilen Aufstieg merkt Roman, dass heute nicht sein Tag ist. Schneckentempo und ein ungutes Gefühl im Bauch, doch zum Glück bleibt es dabei. Über den Pass und hinten runter, ohne Sonne ist es ungemütlich kalt, der Wind wird unangenehm stark. Wir können wieder nicht Zmittag kochen, wir müssen warten bis wir die Lagunen erreichen. Wir erreichen die zwei Lagunen gegen Nachmittag, in der Nähe hat es Häuserruinen als Windschutz und endlich gibt es etwas zu essen. Unser Weg geht zwischen den zwei Lagunen hindurch, die westliche heisst Laguna Verde, die östliche Laguna Blanca. Die Verde ist türkis, sehr schön, doch anscheinend eher giftig, wegen Blei und sogar Arsen. Die Blanca jedoch ist nicht giftig, dort stehen wieder mal Flamingos drin, und die Farbe entspicht dem Namen. Am Südufer der Laguna Blanca liegt nochmal ein Refugio, und wir steuern darauf los. Wir kommen an einem grossen Refugio vorbei, verlassen, aber noch in gutem Zustand. Wir inspizieren die Häuser und finden ein akzeptables Zimmer mit Aufenthaltsraum zum kochen und richten uns auf dem staubigen Boden ein. Wir sind ein bisschen wehmütig, der nächste Tag ist der letzte auf der Lagunenroute, morgen Abend sind wir in San Pedro de Atacama.| Laguna Verde |
Tag 10
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man gedacht hat. In der Nacht rebelliert Martinas Magen, Krämpfe, Bauchweh, kurz darauf kommt alles retour und sie rennt den Rest der Nacht immer wieder nach draussen. Dazwischen macht sie kein Aug zu, die Krämpfe halten sie wach. Am Morgen ist sie ein Häufchen Elend, kann sich nicht bewegen und ihr gehts sehr schlecht. Keine Frage, wir bleiben hier, es ist gar nicht mal so umgemütlich hier. Roman und Mänu packen Saccoschen um, räumen auf, filtern Wasser aus der Quelle und Mänu holt beim nahen bewirteten Refugio Coci und Salzcracker. Martina schafft bis am abend etwa 1 dl Coci, Löffeli für Löffeli, doch mit schlimmen Magenkrämpfen. Der Tag vergeht, und gegen Abend kann sie endlich einschlafen.| Laguna Blanca |
Tag 11
Am nächsten Morgen scheint das Schlimmste überstanden zu sein, die Krämpfe sind weg, doch fehlt die Energie. Schlussendlich entscheiden wir, dass wir es nach San Pedro versuchen, jetzt sind wir immer noch auf 4300 m Höhe, und wahrscheinlich ist die Erholung auf 2500 bei warmen Temperaturen erheblich besser. Da unsere Vorräte mehr oder weniger aufgegessen sind, hat Martina auch nur noch wenig Gewicht auf dem Velo. Wir sind optimistisch und nehmen den letzten Pass bis zur chilenischen Grenze ganz langsam in Angriff. Martina schlägt sich gut, und wir erreichen den bolivianischen Grenzposten, dort kriegen wir ohne Probleme unseren Ausreisestempel. Wir rollen auf die chilenische Seite, und nach einem letzten Krampf auf Sand und bergauf erreichen wir die geteerte Hauptstrasse, die von Argentinien runter kommt. Erschöpft machen wir eine Pause, starren ungläubig auf die flache Oberfläche des Asphalts. Wir pumpen unsere Reifen wieder auf Strassendruck, irgendwo vor ein paar Wochen haben wir Luft abgelassen damit wir nicht vom Geholper auf den Steinen und im Schotter erschlagen werden. Dann packen wir uns gut ein, kontrollieren nochmals die Bremsen, und fahren zur Geländekante. Wir sind hier auf 4600 m Höhe, vor uns liegt der Westhang der Anden. Wir sehen über die Atacama-Wüste, und 40 km weiter liegt San Pedro. Wir sehen praktisch die gesamte Strasse bis dort, rund 2000 Höhenmeter, und keine einzige Serpentine. Der Hang zieht sich ohne Unterbruch wie eine schiefe Ebene aus der Wüste bis zu uns hoch, und die Strasse geht gerade runter.| Abfahrt nach San Pedro de Atacama |
Wir haben starken Gegenwind, doch wegen der starken Steigung beschleunigen unsere Velos locker auf 60 km/h. Wir lassen es 30 km ziehen, sind aber hochkonzentriert, die kleinste Unebenheit hätte fatale Folgen. Wir machen immer wieder Pause und kontrollieren unsere Bremsen, die Notfallspuren mit tiefem Kies für die Lastwagen sind für Velos wohl nicht allzu gut geeignet. Als es zu unterst ausrollt, bricht uns der Schweiss aus, wir sind auf 2500 m Höhe, mitten im der Wüste. Den kleinen Gegenanstieg meistern wir ohne keuchen, hier herrscht dicke Luft. Die letzten Kilometer durch die Wüste bis San Pedro sind mit Gegenwind dann doch noch einigermassen anstrengend, vorallem Martina ist arg am kämpfen. Kein Wunder, vor 24 Stunden hat sie sich noch gewunden. Wir erreichen die Oase, und den chilenischen Zoll. Einmal mehr versichern wir auf einem Formular, dass wir nichts Böses wollen, und sofort steht wieder das Ministerio de Agricultura vor uns und will unser Essen sehen. Der Rucksack mit unseren verbliebenen Vorräten wird durch die Röntgenmaschine bugsiert, und wir dürfen, oh Wunder, alles behalten. Auch das Zeug, das sie uns das letzte Mal weggenommen haben. Wir sind schockiert ab soviel Inkonsequenz, doch sind wir froh ohne Probleme eingereist zu sein. Erschöpft posieren wir vor dem Ortsschild, rollen ins Zentrum, und Martina setzt sich mit den Velos auf die Plaza, wärend Roman und Mänu ein einigermassen günstiges Hotel im unglaublich touristischen San Pedro suchen. Glück gehabt, eine Empfehlung hatten wir. Die meisten Hotels haben einen Innenhof, darin richtige grüne Bäume (!!! seit der Schweiz nicht mehr gesehen!) und man kann in kurzen Hosen und Tshirt auch nach dem Sonnenuntergang draussen sitzen! Wir beziehen das 3er Zimmer, kaufen noch Empanadas zum Znacht (Martina ging nach dem Duschen direkt ins Bett) und essen dann im Zimmer. Bald sind wir alle im Bett, die Lagunenroute ist geschafft, wir sind es auch. Für Martina und Roman geht hier die erste Hälfte der Reise zu Ende, das Altiplano und die hohen Anden bleiben hinter uns, Peru und Bolivien mit ihren grossen Unterschieden zur Schweiz weichen dem westlichen Chile.

