um benutzen haben (ev. Uyuni, sonst dann San Pedro de Atacama).
Der Abschied vom Casa de Ciclistas fiel uns schwer, wir hatten eine super Zeit mit unseren neuen Velofreunden Vincent + Kay, Robert + Sabine, Silvia + Simon und Rosina + Mirko! Zum Glück sind dann die meisten auch aufgebrochen, nach hause, in die Berge oder weiter mit dem Velo. Zum Abschied am morgen haben wir alle zusammen vor der Tür noch für Gruppenfotos posiert und nochmals das Treffen im März in Zürich versichert, dann haben wir den langen Anstieg von La Paz nach El Alto in Angriff genommen. Wir haben uns für die Hauptstrasse entschieden, die Autopista hat zwar einen Pannenstreifen, doch hat es sehr viel Verkehr und vorallem Lastwagen. So sind wir im Zickzack die steile Talwand rauf, durch die halbe Stadt, die sich bis El Alto den Hang rauf zieht. Wir haben uns natürlich wieder tüchtig mit Essen versorgt, das haben wir dann beim rauf fahren auch gespürt. Die Strecke dann bis Viacha war wohl die bisher hässlichste unserer gesamten Reise. Viel Verkehr, teilweise war die Strasse eher schlecht, tonnenweise Abfall entlang der Strasse, die Kühe weiden zwischen Plastiksäcken und anderem Abfall, der so dicht liegt, das kaum Gras dazwischen zu finden ist. Dazu Staub, Abgase, Gehupe und auch kein Seitenstreifen. Zum Glück ging es leicht bergab, und wir könnten die Stadt gegen Nachmittag hinter uns lassen. Gegen Abend dann, einige Kilometer nach der Abzweigung gegen Westen, war der Asphalt zu Ende, und unsere Geschwindigkeit sank rapide von 15 auf etwa 5 km/h. Plötzlich musste man sah sehr darauf konzentrieren wo man fährt, die Strassenoberfläche ändert sich dauernd, und in der Breite unterscheidet sich die Oberfläche ebenfalls sehr stark. Jeder Bus und jeder Auto zieht eine riesen Staubfahne hinter sich her, und langsamer wird hier sicher nicht gefahren. Wir werden immer wieder eingestaubt und müssen für genügend Abstand sorgen, denn da fliegen auch kleine Steine rum. Wir wissen, Asphalt sehen wir jetzt wohl nicht mehr den nächsten Monat, also finden wir uns mit der neuen Strasse ab. Oder versuchen es wenigstens.
Auf der Strecke bis zur chilenischen Grenze hat es zwar einige kleine Dörfer, doch sicher keine Hospedajes. Auch Läden und Tankstellen gibt es keine mehr, man muss sich jeweils durchfragen bis man etwas Essen findet. Die Auswahl ist sehr eingeschränkt, Brot und Eier kriegt man immer, Gemüse und Früchte, Milch und Käse eigentlich nie. Dann gibt es jegliche Süssgetränke doch eher selten grosse Flaschen Wasser, Schokolade und Güetzi hat es meistens auch, Teigwaren und Reis kriegt man in 10 kg Säcken, und auch Konserven mit Thunfisch oder Mais gibt es ab und zu. Wir kriegen auch 2 l Benzin in einer Petflasche, keine Ahnung welche Qualität, unser unverwüstbarer Kocher verbrennt es auf jeden Fall anstandslos. Wir zelten da es nichts anderes gibt, meistens finden wir ein von der Strasse blickgeschützten Ort, doch müssen wir uns dazu meistens durch Sand, Dornenbüsche und Ichugras kämpfen bis wir eine flache und freie Fläche finden. Auch erscheint dann häufig früher oder später irgend ein Bauer und erklärt uns zuerst es sei gefährlich hier (was wohl, es hat ja nichts da, fast keine Leute und vor sehr wenig Verkehr), und nach 10 Minuten Gespräch dann todo tranquillo hier, alles kein Problem, da passiert nichts. Wir schlafen fast immer gut und vorallem lange, 10 Stunden, weil draussen ist es ab der Dämmerung kalt und schnell dunkel. Am morgen ist das Zelt dann mit Reif bedeckt, auch die Velos, unsere Flaschen sind teilweise gefroren, die Saccoschen gstabig. Draussen ist es jetzt immer etwa -10 Grad, und im Innenzelt haben wir es etwa 5 Grad wärmer. Erstaunlich wie gut dieser Zeltstoff und der Raum zwischen Innen- und Aussenzelt isoliert! Mit klammen Fingern kocht dann Roman Rührei mit Brot, dazu gibt es Coca-Tee und Instant-Cappuccino. Bald geht die Sonne auf, und geht die Temperatur in nur 2 Stunden von -10 auf +15, und wir ziehen Schicht um Schicht Kleider aus. Wir brauchen jeden Morgen mindestens 2 Stunden vom Aufstehen bis wir dann losfahren. Am Mittag machen wir meistens eine Pause, und dann wird die Hauptmahlzeit gekocht, häufig leider in der prallen Sonne weil es nirgends Bäume oder sonstigen Sonnenschutz hat. So quetschen wir uns in den winzigen Schatten unserer Velos, die Sonne steht fast senkrecht. Wir gewöhnen uns langsam an das dauernde Geholpere, machen nicht mehr als 50 km pro Tag.
Je weiter wir gegen Westen und die chilenische Grenze kommen, desto mehr nimmt der tägliche Wind zu. Er setzt am Nachmittag ein und wird bis zum Sonnenuntergang immer stärker, und klingt dann im Laufe der Nacht wieder ab. Zelt aufstellen wird plötzlich anspruchsvoll, doch wenn das Ding mal steht haben wir einen stabilen Windschutz und können dann im Vorzelt kochen und essen.
Wir erreichen den Grenzort in Bolivien, Charana. Total surreal, eine Kaserne, Militär, Polizei, einige Häuser um eine Plaza, Antennen und Satellitenschüsseln. Aus einem Megafon vom Polizeiposten dröhnt laut Musik, doch nirgends ist jemand zu sehen. Wir kaufen ein und erkundigen uns bei der Polizei wegen der Grenzformalitäten. Kein Problem (wie immer), im chilenischen Grenzort Visviri sind beide Migraciones. Wir machen uns auf der bislang schlechtesten Strasse, einem ausgewaschenem Feldweg, auf über die Grenze.
Chile empfängt uns an der Barriere mit Asphalt, Stromgenerator, vielen Antennen (solarbetrieben!), und schön aufgeräumten Kontainern, blau und grün gestrichen, mit Giebeldach. Daneben steht ein grauer, heruntergekommener Kontainer mit im Wind schepperndem Flachdach: die bolivianische Migracion. Dort wollen wir unseren Ausreisestempel holen, doch die Chilenen meinen mit abschätzigem Lächeln, die seien beim Zmittag in Charana, und man wisse halt nicht so genau yann die dann wieder auftauchen.
Wir erkundigen uns beim Kontainer des landwirtschaftlichen Ministeriums welche Nahrungsmittel wir in Chile einführen dürfen, und nach einer halbstündigen Inspektion unserer Essens-Saccoschen (inkl Durchwülen von Haferflocken und Zerpflücken jedes einzelnen Lebensmittels) müssen wir alle frischen und schon offenen Produkte abgeben. Dazu gehört, oh weh, Mayo, Honig, Nüsse, MilchPULVER, Käse, Früchte und Gemüse. Die offenen Haferflocken dürfen wir bei zugedrückten Augen (nach Durchpflügen nach Tieren oder Larven) behalten (ihr habt ja sonst nichts mehr zum Zmorge!). Wir geben nichts ab sondern richten vor dem Migrations-Kontainer unseren Kocher ein und essen alles auf, was wir nicht mitnehmen dürfen. Sie finden uns eher amüsant, doch gibts für uns keine Ausnahme. Bolivisches Essen ist böse und bedroht die chilenische Bevölkerung!
Nach dem Essen erscheint der bolivianische Zöllner, gibt uns unsere Stempel und wir reisen anschliessend in Chile ein. Auch taucht ein chilenischer Velofahrer auf, und will am nächsten Tag nach Bolivien weiter. Wir quartieren uns direkt hinter der Grenze am Bahnhof in einem alten Zugwagen ein, sehr staubig, doch vor dem starken Wind geschützt. Am nächsten Tag stellen wir fest, dass wir in Visviri nicht einkaufen können, alles geschlossen, niemand da ausser den Grenzwächtern. Wir finden doch noch jemand, und wir kriegen Eier, Fisch in der Dose und können so wohl schon bis parinacota überleben. Zu unserem Glück sind 40 km der Strasse neu asphaltiert, und wir fahren richtung Süden. Schon seit Tagen sehen wir den grossen und wunderschön symetrischen Vulkankegel vom Parinacota (6436 m) mit Schneekappe vor uns, daneben auch den Gipfel vom Sajama. Jetzt fahren wir direkt darauf zu, und es wird immer grösser.
Ab mittag bremst uns aber ein fieser Wind, natürlich von vorne (auf dem Velo kommt der Wind IMMER von vorne!) und schon kurz darauf ist der Asphalt zu ende. Der Wind nimmt zu, und wir brauchen fast die ganze Strasse weil uns die seitlichen Böen hin und her treiben. Die Kieswälle zwischen den Fahrrillen machen es auch nicht gerade besser, und bald geben wir auf. Bei einigen Häusern halten wir, zwei ältere Herren treffen wir in den einfachen Hütten, die 3 Hunde machen einen riesen Lärm, doch frisst uns keiner der Kläffer. Wir dürfen in der winzigen und unglaublich staubigen Kapelle übernachten, die Mauern halten den Wind ab und wir richten uns erschöpft ein. Wegen all dem Staub stellen wir das Innenzelt auf, daneben passen noch knapp die Saccoschen und die Velos rein.
Da der Wind hier schon am Mittag sehr stark wird, beschliessen wir, bei Sonnenaufgang loszufahren. Das bereuen wir dann sehr, die -10 Grad sind mörderisch und wir beschliessen, nicht wieder vor sonnenaufgang aufzustehen. Uns erwartet ein 4600 m hoher Pass, und der Wind setzt bereits um 10 uhr ein. Wir sind bald total auf den Felgen (Achtung Wortspiel), und am Schluss schiebt Roman sein Velo trotz verhältnismässig gutes Strasse zur Passhöhe. Nach Parinacota runter erwartet uns eine Mischung aus Sand und Wellblech, und wir kämpfen uns regelrecht ins Dorf. Dort steht eine schöne weisse Kirche, aber kein Mensch ist hier. Wir finden ein Hotel (wir erwarteten ein einfaches Zimmer, wenn überhaupt!), und geniessen nach einer Woche Staub und Kälte die heisse Dusche und das gute Znacht. Sogar Wifi hat es hier, und wir können mit Mänu Kontakt aufnehmen, welcher bereits auf dem Weg von Arica zu uns ist. Erfreut lesen wir, dass er bereits in Putre ist, eine Tagesetappe von Parinacota entfernt! Wir verschieben den Treffpunt hier nach Parinacota, wo wir uns, wenn alles klappt, am Dienstag Abend treffen werden. Das Dorf stirbt aber langsam aus, alles reist nach Arica für den Nationalfeiertag am 18., auch unser Gastgeber und Koch im Hotel wird uns heute Abend verlassen, und wir bleiben alleine im Hotel zurück. Einkaufen können wir hier nicht, niemand ist da, alles zu. Wir haben Mänu bereits eine Einkaufsliste gemailt, er wird einiges hier rauf schleppen müssen, darum werden wir ihm morgen wohl ein Stück entgegen fahren.
Ab mittag bremst uns aber ein fieser Wind, natürlich von vorne (auf dem Velo kommt der Wind IMMER von vorne!) und schon kurz darauf ist der Asphalt zu ende. Der Wind nimmt zu, und wir brauchen fast die ganze Strasse weil uns die seitlichen Böen hin und her treiben. Die Kieswälle zwischen den Fahrrillen machen es auch nicht gerade besser, und bald geben wir auf. Bei einigen Häusern halten wir, zwei ältere Herren treffen wir in den einfachen Hütten, die 3 Hunde machen einen riesen Lärm, doch frisst uns keiner der Kläffer. Wir dürfen in der winzigen und unglaublich staubigen Kapelle übernachten, die Mauern halten den Wind ab und wir richten uns erschöpft ein. Wegen all dem Staub stellen wir das Innenzelt auf, daneben passen noch knapp die Saccoschen und die Velos rein.
Da der Wind hier schon am Mittag sehr stark wird, beschliessen wir, bei Sonnenaufgang loszufahren. Das bereuen wir dann sehr, die -10 Grad sind mörderisch und wir beschliessen, nicht wieder vor sonnenaufgang aufzustehen. Uns erwartet ein 4600 m hoher Pass, und der Wind setzt bereits um 10 uhr ein. Wir sind bald total auf den Felgen (Achtung Wortspiel), und am Schluss schiebt Roman sein Velo trotz verhältnismässig gutes Strasse zur Passhöhe. Nach Parinacota runter erwartet uns eine Mischung aus Sand und Wellblech, und wir kämpfen uns regelrecht ins Dorf. Dort steht eine schöne weisse Kirche, aber kein Mensch ist hier. Wir finden ein Hotel (wir erwarteten ein einfaches Zimmer, wenn überhaupt!), und geniessen nach einer Woche Staub und Kälte die heisse Dusche und das gute Znacht. Sogar Wifi hat es hier, und wir können mit Mänu Kontakt aufnehmen, welcher bereits auf dem Weg von Arica zu uns ist. Erfreut lesen wir, dass er bereits in Putre ist, eine Tagesetappe von Parinacota entfernt! Wir verschieben den Treffpunt hier nach Parinacota, wo wir uns, wenn alles klappt, am Dienstag Abend treffen werden. Das Dorf stirbt aber langsam aus, alles reist nach Arica für den Nationalfeiertag am 18., auch unser Gastgeber und Koch im Hotel wird uns heute Abend verlassen, und wir bleiben alleine im Hotel zurück. Einkaufen können wir hier nicht, niemand ist da, alles zu. Wir haben Mänu bereits eine Einkaufsliste gemailt, er wird einiges hier rauf schleppen müssen, darum werden wir ihm morgen wohl ein Stück entgegen fahren.
Die vergangene Woche hat uns gezeigt, dass die grösste Herausforderung nicht etwa das Velofahren ist, sondern der Wind und die Kälte. Die Schotterstrassen sind zwar anstrengend, aber doch fahrbar, halt nur langsam und notfalls mit schieben (wobei das bei Sand auch nicht weniger anstrengend ist). Der Wind jedoch kann jegliche Motivation zermürben, und wenn stark genug, das weiter fahren oder schieben fast unmöglich machen. Die Kälte ist auch körperlich anstrengend, wir machen jeden Tag einen Wechsel von -10 auf +20 und wieder zurück durch. Zum Glück sind wir gut ausgerüstet, das Zelt hält fast jedem Wind stand und unsere Schlafsäcke halten uns schön warm. So wissen wir auch, was uns in den nächsten 2 wochen erwartet, der Wind sollte in Bolivien wieder weniger stark sein und vorallem später erst einsetzen. Unsere Strecke ist gut dokumentiert, und wir können trotz aller Einsamkeit fast jeden Tag Wasser und ab und zu Essen kaufen. Das wird zwar nicht gerade ein Sonntag Morgen mit Frühstück im Bett, doch sollten wir es überleben. Die Landschaft ist hier sehr schön, Sand und Steine mit kleinen Büschen, dahinter die Vulkankegel, ab und zu tief blaue Seen und Lagunen. Dazu viele Lamas und Alpakas und auch Schafe. Die Leute hier sind netter, interessieren sich für uns und sprechen nicht immer nur vom Wert unserer Velos.
Jetzt erholen wir uns ein zwei Tage hier im Hotel, hören draussen den Wind heulen und sitzen nahe beim Gasofen. In der Nacht wird es auch im Zimmer gegen 0 Grad, doch haben wir ein gemütliches Bett mit vielen Wolldecken und unseren Schlafsäcken und eine heisse Dusche. Doch freuen wir uns auch auf die nächsten harten Wochen mit Mänu!





